Asturien: Zwischen Sidra und Steilküste

Das Fürstentum Asturien hat uns überzeugt: grün, landschaftlich sehr reizvoll und zu dieser Jahreszeit herrlich entspannt. Mit Gijón und Llanes haben wir zwei Küstenorte erlebt, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch beide typisch für diese Region sind.

Zwei Stopps, zwei völlig unterschiedliche Vibes – und beide auf ihre Art ziemlich gelungen.

In Gijón hat’s bei uns nur für einen Nachmittag gereicht, da leider nur wenig akzeptable Stellplätze angeboten waren.

Dafür: Volltreffer beim Essen. Wir fanden eine top bewertete Sidreria, die von vielen Einheimischen besucht war. Und natürlich musste der berühmte asturische Sidra dran glauben. Serviert nicht irgendwie, sondern stilecht aus der Höhe eingeschenkt – vom Kellner mit ausgestrecktem Arm. Side-fact: er hatte die „Macht über die Flasche“ und entschied, wann nachgeschenkt wurde. Und da das Glas immer nur zu einem Viertel gefüllt wurde, hatte er bei uns gut was zu tun ;). Ach ja, das Essen: gefüllter Pulpo mit Patatas, frischer Kabeljau auf Gemüse. Köstlich

Kulturhistorisch ist Gijón übrigens ein echtes Schwergewicht: Schon die Römer hatten hier mit Gigia eine Siedlung, deren Spuren man heute noch auf der Halbinsel Cimavilla (sehenswerte Altstadt) findet. Später entwickelte sich die Stadt zu einem wichtigen Industrie- und Hafenstandort Nordspaniens. Heute ist davon noch etwas rauer Charme übrig, gemischt mit einer lebendigen, bunten Gastro- und Kulturszene.

Ganz anders dann Llanes: unkomplizierter Stellplatz am Ortsrand, kurzer Weg – und plötzlich steht man oben auf der Küste, läuft entlang eines grün bewachsenen Weges an der alten Stadtmauer Richtung Altstadt. Ein bisschen so stellen wir uns Irland vor – Wind und Wetter waren auch eher irisch.

Historisch war Llanes im Mittelalter ein bedeutender Hafenort. Die gut erhaltene Stadtmauer stammt aus dem 13. Jahrhundert, als der Ort strategisch gesichert wurde. Später brachten sogenannte Indianos – Auswanderer, die aus Amerika zurückkehrten – Wohlstand in die Stadt. Ihre Villen prägen bis heute das Stadtbild und erzählen von einer Zeit, in der Llanes stark vom transatlantischen Handel profitierte.

Und dann ist da noch dieses Gesamtgefühl von Asturias, dem Fürstentum: grün, überraschend vielseitig und irgendwie angenehm unaufgeregt. Zwischen rauer Küste, kleinen Orten und sattgrünen Hügeln merkt man schnell – hier geht’s ums echte Erleben.

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