Ein Tag auf der Kurischen Nehrung – viel zu kurz für dieses Paradies

Ein Tag auf der Kurischen Nehrung. Zwischen Wäldern, Stränden, Dünen und dem Thomas-Mann-Haus haben wir 75 Radkilometer gestrampelt – und uns geschworen: Wir kommen wieder!“

Die Kurische Nehrung – allein der Name weckt schon Sehnsucht. Dieser schmale Landstreifen zwischen Kurischem Haff und Ostsee ist ein Traumziel für viele – und auch für mich. Schon lange wollte ich einmal dorthin, nicht zuletzt, weil der große Schriftsteller Thomas Mann hier sein Sommerhaus hatte. Mann nannte das Haus sein „Hauschen“ und bezeichnete die Nehrung als „herrlichste Gegend“. Und ich kann nur bestätigen, es ist traumhaft.  

Von unserem Stellplatz in Dreverna setzten wir morgens mit der kleinen Personenfähre über nach Juodkrantė – bestens vorbereitet: mit E-Bikes und dem Dog-Bus für Floki. Der Plan war ambitioniert: einmal die komplette litauische Seite der Kurischen Nehrung mit dem Rad zu durchqueren, bis hinunter nach Nida (Nidden) und zur berühmten großen Düne. Rund 30 Kilometer pro Strecke, also machbar – dachten wir zumindest. Und es war klar: wir mussten die letzte Fähre um 18.00 Uhr aufs Festland erreichen

Am Ende wurden es 75 Kilometer an diesem Tag, und wir merkten schnell: die Kurische Nehrung ist ein Ort, den man nicht „im Vorbeifahren“ entdecken kann. Zwar erreichten wir Nida und sahen auch die große Düne, aber vieles blieb nur ein Eindruck im Augenwinkel: die endlosen Strände, die weichen Dünen, die pittoresken Orte, die bunten Fischerhäuser mit ihren geschnitzten Giebeln. Wir nahmen die Atmosphäre auf, spürten diese besondere Mischung aus Naturidyll und kulturellem Erbe – und schworen uns: Wir kommen wieder. Mit Zeit. Mit Muße. Mit viel Gelassenheit.

Ein Höhepunkt, den ich mir trotz des strammen Zeitplans nicht nehmen ließ, war der Besuch des Thomas-Mann-Hauses in Nida. Hier verlebte der Schriftsteller von 1930 bis 1932 mit seiner Familie den Sommer, suchte Abstand von den politischen Entwicklungen in Deutschland und fand Inspiration. Schon die Lage des Hauses – auf einer Anhöhe über dem Haff – ist atemberaubend. Für mich war es ein kleiner literarischer Pilgerort.

Am Ende des Tages waren wir zwar müde, mit Muskeln voller Protest, aber auch voller Stolz. Wir hatten die Nehrung auf unsere Weise erlebt – intensiv, aber eben nur in Ansätzen.

Das „Anlegerbier“ zurück in Dreverna gehörte zu den besten der Reise. Und eines ist sicher: die Kurische Nehrung verdient mehr als nur einen Tagesausflug. Wir kommen wieder.

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