Galicien – wild, grün, ein bisschen mystisch

Mit Galicien beginnt ein neues Kapitel unserer Reise: grüner, rauer, ursprünglicher. Zwischen der spektakulären Schluchtenlandschaft der Ribeira Sacra, dem Aussichtspunkt Balcóns de Madrid und dem charmanten Fischerdorf Combarro zeigt sich der Norden Spaniens von seiner ganz eigenen, ehrlichen Seite.

Parada de Sil & Ribeira Sacra – Schluchten, Stille und steile Reben

Parada de Sil ist einer dieser Orte, die du nicht zufällig findest – da musst du hinwollen. Und es lohnt sich.

Von hier aus geht’s zu den spektakulären Aussichtspunkten der Ribeira Sacra. Der bekannteste: die Balcóns de Madrid. Der Name ist Programm – früher haben sich hier galicische Auswanderer verabschiedet, mit Blick in Richtung „Madrid“ und weiter hinaus in die Welt.

Heute blickst du stattdessen in eine dramatische Schluchtenlandschaft: der Sil hat sich tief ins Gestein gefressen.

Und an den Hängen kleben Weinreben in schwindelerregender Steillage. Kein Ort für Maschinen – hier wird noch per Hand gearbeitet. Insgesamt füllen gut 100 Bodegas die Weine der Winzer ab und vermarkten diese. Tatsächlich sind über 90% der Produktion für den Inlandsmarkt bestimmt. Überwiegend werden dort Rotweine gekeltert, nur 5% der gesamten Produktionsmenge machen Weißweine aus. 

 

Combarro – Stein, Wasser und ganz viel Charme

Und dann: Perspektivwechsel. Vom rauen Inland ans Wasser.

Combarro ist fast schon ein Postkartenmotiv – aber eins von den schönen. Enge Gassen, alte Steinhäuser und direkt am Wasser diese typischen Getreidespeicher, die Hórreos, auf Stelzen gebaut.

Die Hórreos sind hier Alltagsarchitektur mit Geschichte: aus Stein oder Granit gebaut, schmal und langgezogen, mit kleinen Schlitzen zur Belüftung – damit Mais und Getreide trocken bleiben. Die Stelzen (oft mit runden „Steinplatten“ oben drauf, auch Pilze genannt) halten Feuchtigkeit und vor allem Nager fern. Praktisch gedacht, ziemlich genial umgesetzt und bewährt.
In Combarro stehen sie teils in Reih und Glied direkt am Wasser – fast wie eine kleine Skyline auf Stelzen.

Hier riecht’s nach Meer, irgendwo klappert Geschirr, und gefühlt sitzt an jeder Ecke jemand mit einem Glas Vino und Blick aufs Wasser. Viele Restaurants und Tapas-Bars direkt am Wasser gelegen. Wir hatten in der Bodega Obocoi den „catch of the day“ – gegrillter Loup de Mer. Vorzüglich. 

Touristisch ist Combarro, dennoch auf eine sehr charmante Art. 

Wir campten gleich um die Ecke (freistehend) mit Blick aufs Wasser, konnte Ebbe und Flut bestaunen und auch den Andrang von sehr vielen Einwohnern, die am frühen Morgen raus gingen und im Schlamm nach  Muscheln suchten und fündig wurden.

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