Zwei Hansestädte, zwei ganz unterschiedliche Gesichter. Lübeck und Lüneburg standen auf unserer Tour auf dem Programm: ein bisschen Geschichte, jede Menge Sightseeing, gutes Essen und dazwischen immer wieder einfach mal die Seele baumeln lassen.
Lübeck – Königin der Hanse
Lübeck war im Mittelalter eine der bedeutendsten Städte des europäischen Handels und so etwas wie das Zentrum der Hanse. Schon im 12. Jahrhundert gegründet, entwickelte sich die Stadt durch ihre günstige Lage an der Trave zu einer mächtigen Handelsmetropole. Kaufleute handelten von hier aus mit Waren aus ganz Europa – und Lübeck wurde zur „Königin der Hanse“.
Davon ist bis heute jede Menge zu sehen. Das Holstentor, die alten Kaufmannshäuser, verwinkelten Gassen und zahlreichen Backsteinkirchen erzählen von der reichen Vergangenheit. Besonders schön fanden wir die Altstadt, die wie eine Insel von Wasser umgeben ist und mit ihren Gängen, Höfen und kleinen Straßen immer wieder neue Ecken entdecken lässt.
Natürlich durfte auch ein bisschen Thomas Mann nicht fehlen – schließlich stammt die berühmte Lübecker Kaufmannsfamilie Buddenbrook aus dieser Stadt. Zu meinem Leidwesen ist das Buddenbrock-Haus wegen Sanierung für die nächsten Jahre geschlossen – sehr schade.
Ach ja: an einem Besuch bei Niederegger kommt man nicht vorbei. Und so war ich sehr erfolgreich beim shoppen der ausgezeichneten Marzipan-Leckereien. Wir haben uns weiter treiben lassen, die Stadt angeschaut und wieder sehr gut gegessen: Fisch, Fisch und Labskaus. Letzteres nicht mein Ding, Andy war begeistert.
Es war ein sehr schöner zweitägiger Aufenthalt in der Hansestadt.
Lüneburg – Salz machte die Stadt reich
Lüneburg – ebenfalls eine alte Hansestadt, aber mit einer ganz anderen Geschichte.
Hier war nicht der Seehandel der wichtigste Reichtumsbringer, sondern Salz. Über Jahrhunderte wurde unter der Stadt Sole gewonnen und zu Salz verarbeitet. Das „weiße Gold“ war im Mittelalter unglaublich wertvoll und machte Lüneburg zu einer wohlhabenden Stadt. Über die Ilmenau und weiter über die Elbe wurde das Salz in viele Regionen Europas transportiert.
Und genau dieser Reichtum ist im Stadtbild noch heute zu erkennen: prächtige historische Bürgerhäuser, kleine Gassen und wunderschöne Backsteinarchitektur. Lüneburg ist und wirkt deutlich kleiner und gemütlicher als Lübeck – eher ein großes historisches Wohnzimmer als eine ehemalige Handelsmetropole.
Per Zufall entdeckten wir in einer Seitengasse eine uralte Metzgerei die dort ausgesprochen leckere Suppen, Würste jeglicher Art und knusprige Pommes für kleines Geld verkaufte. Wer die Anstehzeit von 15 Minuten meisterte wurde mit frisch zubereitetem Essen in ungewöhnlicher Atmosphäre belohnt.
Und beim Flanieren durch die Gassen sind wir tatsächlich auf einen Schäfer mit seinen drei „Weißen“ gestoßen. Herrlich zu sehen, wie die Hunde sich begrüßten und kommunizierten. Easy und friendly.
Zwei Hansestädte, zwei Geschichten
Lübeck verdankt seinen Aufstieg vor allem dem Handel und der Hanse, Lüneburg seinem Salz. Beide Städte haben sich bis heute viel von ihrem historischen Charme bewahrt.
Für uns also zwei sehr unterschiedliche, aber absolut lohnenswerte Stopps auf unserer Tour. Sightseeing ✔️ Chillen für mich ;), Workation für Andy ✔️ Essen ✔️ Good Feelings ✔️ ❤️
