Jütland: Rubjerg Knude – der Leuchtturm, der einfach umgezogen ist

Eine bewegte Geschichte: der nahezu weltweit bekannte Leuchttume, Rubjerg Knude Fyr.

Manche Leuchttürme stehen einfach da und leuchten. Rubjerg Knude Fyr dagegen ist ein besonderer Leuchtturm. Vielleicht habt ihr davon vor einigen Jahren in der Presse gelesen.

Wenn die Küste näherkommt

Der 23 Meter hohe Rubjerg Knude Fyr wurde 1899/1900 gebaut und stand damals rund 200 Meter von der Küste entfernt. Doch Wind, Wellen und die unaufhaltsame Küstenerosion knabberten Jahr für Jahr ein Stückchen mehr von der Steilküste weg. Dazu kam die gewaltige Wanderdüne, die das Bauwerk immer stärker mit Sand einhüllte.

1968 wurde das Leuchtfeuer schließlich abgeschaltet: Die Dünen hatten inzwischen eine solche Höhe erreicht, dass man das Licht vom Meer aus nicht mehr zuverlässig sehen konnte. Später wurde der Leuchtturm zeitweise als Museum genutzt – bis der Sand auch diesem Kapitel ein Ende setzte.

Und dann wurde es ernst: 2019 war die Küste dem Turm bereits gefährlich nahe gekommen. Abriss oder Umzug – das war die Frage.

700 Tonnen auf Wanderschaft

Die Dänen entschieden sich für die ziemlich spektakuläre Variante: Der Leuchtturm sollte umziehen.

Am 22. Oktober 2019 wurde der rund 700 Tonnen schwere Koloss auf ein eigens vorbereitetes Schienensystem gesetzt und mit hydraulischer Kraft 70 Meter ins Landesinnere gerollt. Das Ganze dauerte gerade einmal etwa viereinhalb Stunden.

Ein bisschen wie Möbelrücken – nur dass man bei 700 Tonnen vermutlich besser zweimal misst, bevor man schiebt. 😉

Heute steht Rubjerg Knude wieder sicherer auf seiner Düne und bietet einen grandiosen Blick über Nordsee, Steilküste und die gewaltige Dünenlandschaft.

Und irgendwie passt die Geschichte perfekt hierher: Diese Küste ist ständig in Bewegung. Also warum sollte ausgerechnet der Leuchtturm stillstehen?

Ein Leuchtturm mit Fernweh 🌊🚐🇩🇰

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