Grüne Hügel statt Bettenburgen, Atlantik statt Dauerhitze und Orte, die aussehen, als hätten sie ihr eigenes Drehbuch bekommen. Kantabrien macht nicht viel Lärm – uns hat es gefallen.
Comillas – irgendwie komplett drüber. Im besten Sinn.
Kantabrien selbst fühlt sich oft an wie Spaniens entspannter Geheimtipp: grün, wild, Atlantikluft statt Postkartenklischee. Und mittendrin liegt Comillas.
Von außen erstmal ein hübscher Küstenort. Ruhig, elegant, ein bisschen mondän. Bis plötzlich dieses Haus auftaucht: El Capricho de Gaudí.
Gaudí hat hier offensichtlich beschlossen, dass gerade Linien langweilig sind. Überall Farben, verspielte Details, Keramik, Türmchen und Sonnenblumenmuster. Das Gebäude wirkt ein bisschen so, als hätte jemand ein Märchenschloss, ein Gewächshaus und ein Kunstprojekt gleichzeitig gebaut. Und genau deshalb bleibt man davor erstmal stehen und grinst.
Comillas schafft etwas Seltenes: Der Ort ist schick, aber nicht geschniegelt. Kunstvoll, aber nicht anstrengend. Und irgendwo zwischen Meer, Architektur und kleinen Gassen einfach ziemlich cool.
Santillana del Mar – Mittelalter ohne Museumsvibes
Santillana del Mar klingt wie ein Ort, den man zufällig bei einer Zeitreise mitnimmt.
Kopfsteinpflaster. Alte Natursteinhäuser. Holzbalkone. Kleine Innenhöfe. Alles echt. Alles ziemlich perfekt. Und trotzdem wirkt es nicht künstlich oder aufgesetzt.
Man läuft einfach durch die Gassen und wartet insgeheim darauf, dass irgendwo ein Ritter vorbeikommt oder ein Filmset aufgebaut wird. Verständlich also, dass hier schon diverse spanische Historienfilme und internationale Produktionen gedreht wurden – unter anderem Szenen für Die drei Musketiere.
Das Beste an Santillana del Mar ist aber vielleicht: Der Ort versucht gar nicht, spektakulär zu sein. Er ist es einfach. Ohne große Show. Ohne viel Lautstärke. (Fast) ohne Souvenirhölle an jeder Ecke.
Es war prächtig. Auch unser Stellplatz unmittelbar vor der Altstadt. Fünf Gehminuten weg vom „Womopark“ hinein in „altes Gemäuer“.

