Die Masurische Seenplatte klingt nach Sommer, Sonne, Segelbooten.
Nach endlos glitzernden Seen, verschlungenen Wasserwegen und tiefen, stillen Wäldern.
Und all das ist sie auch – nur eben nicht, wenn der Himmel grau und tief hängt.
Wir hatten Pech mit dem Wetter. Statt Sonne pur: Wind und Regen. Statt Leichtigkeit: Fleece und Regenjacke.
Aber selbst so war klar: Diese Landschaft ist etwas besonders.
Masuren, das sind über 3.000 Seen, verbunden durch Flüsse, Kanäle und Wälder.
Ein Paradies für Paddler, Segler, Radfahrer, Naturmenschen.
Die Ufer oft unverbaut, mit sanften Hügeln und uralten Alleen – ein bisschen wie Kanada auf Polnisch.
Wir haben zwei Ort erkundet, die uns besonders empfohlen worden sind:
Mikolajki – das Herz der Seenplatte
Klein, charmant und voll maritimer Atmosphäre.
Ein Hafenstädtchen, das sich in ein quirliges Segelmekka verwandelt. Beeindruckend großer Hafen, sehr viele, große, kleine und schicke Boote.
Andy übte sich in Workation. Floki und ich bummelten an der Promenade entlang, erkundeten kleine Straßen und Gassen. Vorbei an Dutzenden von Cafés, unzähligen Restaurants und vielen Shops. Ein Ort mit Potential in der Front Row.
Abseits der Uferpromenaden konnten wir das weniger touristische, dafür das einfachere, teilweise „grauere Leben“ der Bewohner erkunden. Und shoppten dort in „Tante Emma-Läden“ einfache polnische Spezialitäten. Und in der Apteka verständigten wir uns mit dem sehr freundlichen Apotheker via DeppL und auf Englisch. Die Beratung war top. Dziekuje!
Gizycko – zwischen Wehrturm und Wasserstraße
Ein Stück größer, etwas rauer im Charme – aber mit einem ganz besonderen Highlight: die drehbare Brücke über den Kanal, die tatsächlich per Hand geöffnet wird.
Dazu ein alter Wehrturm, der heute als Aussichtspunkt dient. Wir standen mit unserem Womo auf dem Gelände eines schönen, gepflegten Hotels an einem kleinen Hafen. Das Hotel hatte 4 Sterne, der Platz höchstens 2. Dafür mit der teuerste, auf den wir in den letzten vier Wochen standen. Wir blieben eine Nacht, haben am Hafen dann großartig gegessen und sehr gutes polnisches Bier getrunken. Andy ist zum großen Fan von IPA geworden.
Fazit:
Masuren hat uns nicht mit Postkartenidylle empfangen.
Vielleicht kommen wir hier nochmal her. Am liebsten im Spätsommer. Mit Sonne. Um dann vielleicht um über die Seen zu segeln.

