Segovia und Salamanca: Kurzstopp & Place to be

Zwei Städte, zwei Tempi: Segovia nimmt man im Vorbeifahren mit – und bleibt trotzdem kurz stehen, weil es einfach zu beeindruckend ist. Salamanca dagegen sorgt dafür, dass man freiwillig länger bleibt. Zwischen römischer Baukunst, goldenen Fassaden und einer ziemlich entspannten Atmosphäre wurde aus einem Plan schnell ein Lieblingsort.

Segovia – einmal staunen, bitte

Segovia war für uns perfekt für einen Nachmittag – kompakt, eindrucksvoll und ohne großes Drumherum.

Großes Highlight ist ganz klar das Aquädukt von Segovia. Riesig (818 m lang, 127 Bogen, 28,5 m hoch), sehr alt (ca. 100 n. Chr.) und ohne Mörtel gebaut. Der Aquädukt war noch bis 1974 (!) in Betrieb. Man steht davor und fragt sich kurz, warum heutige Bauprojekte eigentlich komplizierter wirken als das hier.

Von dort geht’s entspannt durch die Altstadt hoch zum Alcázar von Segovia. Sieht ein bisschen aus, als hätte jemand ein Märchenschloss in die Landschaft gesetzt – nur eben echt. Für mich ein bisschen zu viel  „Disneyland“. 

Die Kathedrale von Segovia, ist die letzte gotische, die in Spanien errichtet wurde (16.-18. Jahrhundert im Stile der Gotik mit Renaissance-Elementen). Sie ist groß, hell und beeindruckt – sie kann es locker mit den Baudenkmälern Aquädukt und Alcázar aufnehmen. 

Dann ein Kaffee, ein letzter Blick – und weiter. Segovia kann man gut „mitnehmen“. Aber ein bisschen bleibt man im Kopf doch noch dort hängen.

Salamanca – goldene Stadt, entspannter Vibe

Salamanca war für uns „eine Wow-Stadt“. Hier gefällt’s uns. Wir bleiben.

Schon der erste Pluspunkt: unser Campingplatz direkt am Fluss Tormes mit einem ausgezeichnetem Restaurant. Ruhig gelegen, entspannt – und vor allem perfekt angebunden. Mit dem Fahrrad immer am Wasser entlang, 20 Minuten und zack: mitten in der Altstadt. Besser geht’s kaum.

Dort wartet dann der Plaza Mayor – und ja, der ist wirklich beeindruckend schön. In den letzten Wochen haben wir einige „Plaza Mayors“ gesehen, aber der in Salamanca ist wirklich einzigartig. Er wurde im 18. Jahrhundert im barocken Stil gebaut und ist fast komplett geschlossen, mit gleichmäßigen Arkaden rundherum. Er ist aus warmen Sandstein gebaut, weshalb Salamanca den  Beinamen „goldene Stadt“ hat. Je nach Tageszeit schimmert alles in unterschiedlichen Goldtönen, und besonders abends, wenn der Platz beleuchtet ist, wirkt das fast schon ein bisschen magisch – ohne kitschig zu sein. Wir haben es geliebt.

Salamanca ist außerdem Uni-Stadt – und zwar schon ziemlich lange. Die Universität Salamanca (12. Jahrhundert) gehört zu den ältesten Europas. Entsprechend mischen sich hier historische Kulisse und studentisches Leben ziemlich lässig zusammen.

Besonders in Erinnerung bleibt auch die Semana Santa-Osterprozession bei sonnigen 25 Grad. Wir sitzen am Plaza Mayor, die Gläubigen, die Altäre, die Musikkapellen ziehen an uns vorbei. Die Stimmung ist entspannt, fröhlich und irgendwie auch feierlich. Spanien kann das.

Selbstverständlich mussten wir danach noch etwas shoppen gehen. Insbesondere die in der Fastenzeit und während Semana Santa sehr beliebte spanische Süßspeise „Torrijas“ probieren (Arme Ritter – vielleicht kennt ihr die ja? ;)).

Und dann die Kathedrale! Die sehr imposante „Catedral Nueva“, die eigentlich ein Doppelpack ist:

  • Catedral Nueva de Salamanca (neue Kathedrale)
  • direkt daneben die Catetdral Vieja de Salamanca (alte Kathedrale)

Beide sind miteinander verbunden, können zusammen besichtigt werden und wirken gemeinsam: imposant und sehr eindrucksvoll. Wir waren begeistert. 

Unser Fazit für diese Städte im Nordwesten Spaniens, in der Region Kastilien und Leon:

Segovia: kurzer Stopp, großes Staunen.
Salamanca: länger bleiben, öfter zurückkommen wollen.

Teil's bitte gerne:

Dazu empfehlen wir...