Sjaelland: Kopenhagen – Fanmomente

Kopenhagen hat viele Gesichter – und irgendwie gefällt uns jedes davon.

Dreimal Kopenhagen – und jedes Mal ein bisschen mehr verliebt in diese wunderbar entspannte, urbane Stadt.

Kopenhagen kannten wir schon. 2014 waren Andy und ich zum ersten Mal hier. 2018 kam ich noch einmal mit einer Freundin zurück. Schon damals hatte mich die dänische Hauptstadt ziemlich beeindruckt.

Jetzt reisen wir mit dem Womo an. Vier Tage Kopenhagen – wobei Andy zwischendurch zu einem Sicherheits-Workshop der Friedrich-Naumann-Stiftung nach Vilnius fliegt. Floki und ich erforschen derweil die Stadt. Mehr zu Andys Reise und seinen Eindrücken aus dem Baltikum gibt es in einem separaten Beitrag.

Unser Zuhause für diese Tage ist das Urban Camper Copenhagen, ein sehr zentral gelegener Stadt-Stellplatz. Von hier aus können wir vieles zu Fuß und noch besser mit dem Fahrrad erkunden.

Und genau so erleben wir Kopenhagen: mittendrin statt mittendurch.

Altstadt trifft Zukunft

Natürlich gehört der Nyhavn zu Kopenhagen. Die bunten Häuser, historischen Schiffe und das Wasser sind schließlich das Postkartenmotiv schlechthin, also Overtourism.

Uns fasziniert die Mischung dahinter: Historische Kaufmannshäuser stehen neben spektakulärer moderner Architektur, kleine Plätze treffen auf großzügige Wasserflächen und dänische Gemütlichkeit auf eine erstaunlich internationale Großstadt.

Besonders spannend jedoch sind die neuen Wohnquartiere entlang der Kanäle und im ehemaligen Hafenbereich.

Kopenhagen hat sich in den vergangenen 25 bis 30 Jahren stark verändert. Als traditionelle Hafen- und Industrieflächen ihre ursprüngliche Funktion verloren, begann die Stadt Ende der 1990er-Jahre mit einer umfassenden Neuentwicklung. Aus ehemaligen Arbeitsarealen wurden Schritt für Schritt Wohn- und Lebensräume.

Heute entstehen in Nordhavn, Sydhavn und anderen ehemaligen Hafenbereichen Wohnungen, Büros, Restaurants und öffentliche Plätze. Gleichzeitig werden alte Industriegebäude teilweise erhalten und neu genutzt.

Die Stadt wirkt deshalb nicht wie komplett neu gebaut – sondern wie eine Stadt, die sich ständig weiterentwickelt.

Wasser mitten im quirligem Stadtleben.

Besonders gelungen finden wir, wie Kopenhagen den Hafen zurück in den Alltag der Menschen geholt hat.

Kopenhagen investierte bereits in den 1990er-Jahren massiv in die Verbesserung der Wasserqualität. 2002 wurde am Islands Brygge das erste offizielle Hafenbad eröffnet.

Aus dem ehemaligen Industriehafen ist damit ein echter Lebensraum geworden .

Natürlich erkunden wir Kopenhagen mit dem Fahrrad. Das Fahrrad ist hier kein Lifestyle-Accessoire, sondern schlicht Alltag. Nahezu Alle sind mit dem Rad unterwegs. Die Stadt hat ihre Fahrradinfrastruktur über Jahrzehnte konsequent ausgebaut und räumt dem Radverkehr auch in der aktuellen Stadtplanung einen hohen Stellenwert ein.

Was uns dabei besonders gefällt: Es wirkt nicht verbissen. Man fährt einfach. Und vielleicht trägt genau das zu dieser besonderen Gelassenheit bei, die wir in Kopenhagen so angenehm finden.

Urbanität ohne Großstadtstress

Kopenhagen ist eine moderne europäische Metropole und hat dabei ihren historischen Kern bewahrt. Gleichzeitig fühlt sie sich jung, weltoffen und ausgesprochen lebendig an.

Vielleicht liegt es an den Fahrrädern, vielleicht am Wasser und den vielen öffentlichen Plätzen. Vielleicht aber auch an den Menschen. Oder an der Kombination aus allem. 

Unterschiedliche Nationalitäten, Kulturen, Generationen und Lebensentwürfe gehören ganz selbstverständlich zum Stadtbild. Dazu kommt eine vielfältige Gastronomie: traditionelle dänische Küche, moderne nordische Konzepte, internationale Restaurants, Cafés, Bäckereien und natürlich gutes Craft-Bier.

Vier Tage sind natürlich viel zu kurz, um Kopenhagen wirklich kennenzulernen. Aber offenbar lang genug, um sich wieder neu in diese Stadt zu verlieben.

Wir mögen diesen Spirit of Life, wenngleich er seinen Preis hat. Nach unseren Recherchen liegen die Miet-/Kaufpreise für Wohnungen mindestens auf München-Niveau. Und die 25% MwSt sind bei den eh schon hohen Preisen sehr deutlich zu spüren. 

Die Frage die mich lange beschäftigt: lieber im coolen Hausboot mit Holzofen und Sauna wohnen, oder doch die stylishe moderne Wohnung mit eigenem SUP-Parkplatz direkt davor wählen :).

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