Sjaelland: Roskilde – zwischen Wikingern und Königen

Roskilde – wo die Geschichte Dänemarks zwischen Wikingerschiffen und Königlichen Gräbern lebendig wird.

Zwei Orte, zwei völlig unterschiedliche Epochen – und zusammen ein ziemlich beeindruckender Einblick in die Geschichte Dänemarks.

Roskilde ist nur knapp 30 Kilometer von Kopenhagen entfernt und war für uns deshalb ein perfekter Zwischenstopp. Unser Ziel sind gleich zwei der bekanntesten Sehenswürdigkeiten: das Wikingerschiffsmuseum am Roskilde Fjord und der imposante Dom mitten in der Stadt.

Auf den Spuren der Wikinger

Im Wikingerschiffsmuseum wird Geschichte ziemlich greifbar: Im Mittelpunkt stehen fünf originale Wikingerschiffe, die in den 1960er-Jahren im Roskilde Fjord entdeckt wurden. Die Skuldelev-Schiffe wurden vermutlich im 11. Jahrhundert absichtlich versenkt, um eine wichtige Fahrrinne zu schützen.

Besonders spannend ist die angeschlossene Werft, in der Wikingerschiffe nach historischen Vorbildern mit traditionellen Materialien und Techniken nachgebaut werden. Im Sommer kann man mit einigen Rekonstruktionen sogar selbst auf den Fjord hinausfahren.

Der Dom – 800 Jahre dänische Geschichte

Ein ziemlicher Kontrast zum Wikingermuseum ist der imposante Roskilde Dom mitten in der Stadt. Der heutige Backsteinbau entstand ab dem späten 12. Jahrhundert und gilt als bedeutendes Beispiel der dänischen Backsteingotik.

Noch beeindruckender ist seine Geschichte: Seit dem 15. Jahrhundert wurden hier fast alle dänischen Könige und Königinnen beigesetzt. In den Seitenkapellen begegnen einem deshalb mehr als 1.000 Jahre dänische Königsgeschichte – und ganz nebenbei eine spannende Mischung verschiedener Epochen und Baustile.

Seit 1995 gehört der Dom zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Besonders interessant ist die Grabstätte der 2024 abgedankten Königin Margrethe II.. Ihren Sarkophag ließ sie zu Lebzeiten gemeinsam mit den Künstlern Bjørn Nørgaard und Per Kirkeby entwerfen. Die ungewöhnliche Gestaltung mit Glas, Bronze und Motiven aus ihrem Leben ist ganz bewusst persönlicher und moderner gehalten – ein spannender Kontrast zu den historischen Königsgräbern im Dom.

Auf mich wirkte der „vorbereitete Seitenflügel mit Sarkophag“ für die noch lebende Königin etwas befremdlich.

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