Unsere Reise beginnt am nordöstlichen Rand Spaniens – und ziemlich schnell stellt sich dieses Gefühl ein, auf das wir so lange gewartet haben: Meer, Weite und endlich unterwegs sein.
In Roses, einer typischen spanischen Küstenstadt, kommen wir an, atmen durch und denken: Genau so soll es sein. Lange Strandspaziergänge, salzige Luft und dieses entspannte Küstenleben – der perfekte Einstieg in unser Abenteuer.
Girona setzt dann direkt noch einen drauf. Wir schlendern durch enge Gassen, vorbei an bunten Häusern und alten Mauern, und haben stellenweise das Gefühl, gleich biegt ein Drache um die Ecke. Kein Wunder – Teile von Game of Thrones wurden genau hier gedreht. Wir treiben einfach durch die Stadt, verlieren uns ein bisschen – und finden genau darin das Beste an diesem Ort. Ein besonderes Wahrzeichen von Girona: die „rote Eiffelbrücke“.
Ein eher ungeplanter, aber umso spannenderer Stopp ist Cartagena. Ein schönes, entspanntes Städtchen mit viel Geschichte und maritimem Flair. Für uns bekommt der Ort aber noch eine ganz andere Bedeutung: Erst wenige Monate zuvor waren wir in Cartagena in Kolumbien unterwegs. Zwei Orte, gleicher Name – und doch komplett unterschiedlich. Während dort tropische Hitze, Farben und karibisches Leben dominieren, wirkt das spanische Cartagena fast ruhig und zurückhaltend. Und genau dieser Kontrast macht den Stopp für uns so besonders.
Tarragona erleben wir dann im Schnelldurchlauf. Ein kurzer Blick auf das römische Amphitheater mit Meerblick – beeindruckend, keine Frage. Aber ein geeigneter Übernachtungsplatz? Fehlanzeige. Also bleibt es bei einem „sieht gut aus“ aus dem fahrenden Fahrzeug heraus. Notiz an uns: Wiederkommen. Bei besserer Planung.
Und dann kommt Peñíscola. Oder sagen wir: Peñíscola kommt anders als geplant.
Fünf Tage Dauerregen. Wirklich Dauerregen. Dazu stehen wir mitten unter deutschen Winter-Dauercampern, die hier offensichtlich nicht nur überwintern, sondern gefühlt ein zweites Zuhause inklusive klar definierter Nachbarschaftsordnung aufgebaut haben. Jeder kennt jeden. Nur wir nicht. 😉
Während draußen der Regen gegen das Wohnmobil trommelt, kämpfen wir drinnen mit kleineren technischen Problemen – und sind nebenbei auch noch gesundheitlich angeschlagen. Es gibt diese Reiseabschnitte, in denen einfach alles gleichzeitig passiert. Das hier ist so einer.
Der Ort selbst? Hat definitiv Potenzial. Wir sehen es. Irgendwo zwischen Regenwolken, grauem Himmel und nassen Schuhen.
Valencia schließlich steht eigentlich ganz oben auf unserer Liste. Eigentlich.
Denn dann kommen die Fallas dazwischen – dieses riesige Frühlingsfest mit kunstvollen Figuren, die am Ende spektakulär verbrannt werden. Klingt beeindruckend. Ist es auch. Nur leider kombiniert mit schlechtem Wetter, Menschenmassen und der Erkenntnis, dass öffentliche Verkehrsmittel mit Hund eher… schwierig sind. Am Ende sehen wir Valencia aus der Distanz. Auch eine Perspektive. Zum Glück waren wir im Winter 2022 mehrere Tage in Valencia und konnten diese großartige Stadt erleben und genießen.
Was wir aus diesem Abschnitt lernen: Der Winter an der spanischen Mittelmeerküste ist eine ganz eigene Erfahrung. Ja, es gibt Sonne. Aber eben auch sehr viele deutsche Winter-Dauercamper mit ihrem ganz eigenen – nennen wir es – „ureigenen Charme“. Wer ihn mag, wird sich wohlfühlen. Wer ihn nicht kennt, lernt ihn kennen.
So bleibt dieser erste Teil unserer Reise eine Mischung aus genau den Momenten, die man sich erträumt hat – und denen, die man so definitiv nicht geplant hatte Und genau irgendwo dazwischen beginnt eigentlich das echte Reisen.

