Zwei Stopps, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten – und genau deshalb perfekt zusammenpassen:
Der Winzerort Toro entschleunigt mit Weitblick, gutem Wein und erstaunlich viel Ruhe. Ein Ort, an dem die Uhren etwas langsamer ticken.
Unweit davon zeigt León dann die andere Seite: lebendig, gesellig, voller Energie. Dazwischen eine Kathedrale, die alles in ein anderes Licht taucht – im wahrsten Sinne des Wortes.
Toro – Wein, Weite und wunderbar wenig Trubel
Der Weinort Toro fühlt sich derzeit an wie ein gut gehütetes Geheimnis. Wenige Touristen, viel Ruhe – und Wein, vorzugsweise Tinta de Toro (Traube Tempranillo) gibt’s praktisch an jeder Ecke.
Unser Stellplatz: kostenlos, öffentlich und ziemlich unschlagbar gelegen – direkt unterhalb des Alcázar von Toro (Ursprung maurische Zeit), mit weitem Blick über die Landschaft und dem Rio Duero. Einer dieser Orte, an denen man automatisch langsamer wird.
Tagsüber: wenig los. Viele Toro-Bodegas, aber entweder geschlossen oder im entspannten „wir öffnen, wenn wir öffnen“-Modus. Spanien eben.
Abends dann das genaue Gegenteil: Leben in der Hauptstraße, der Puerta del Mercado. Vino Tinto für schlanke 2,50 € (und kein bisschen schlechter deswegen), dazu richtig gute Tapas und gegrillter Pulpo – einfach, ehrlich, lecker. Die Öffnungszeiten bis 2.30 Uhr – auch nicht schlecht.
Auch Highlight für mich: ein Storchenpaar beim Nestbau. Besser kann man „Entschleunigung“ kaum bebildern.
León – gotische Grandezza und spanische Lebensfreude
In León hat uns die quirlige Altstadt gepackt. Die vielen Kirchen, ein bisschen Burg-Feeling – und dann (noch) eine Kathedrale.
Die Kathedrale von León gehört zu den frühesten rein gotischen Kathedralen Spaniens, Baubeginn 13. Jahrhundert mit Türmen und vielzähligen Strebebögen. Und sie ist… anders. Drinnen dann das eigentliche Highlight: riesige, farbenprächtige Glasfenster. Das Licht darin? Schwer zu beschreiben – irgendwo zwischen Kirchenraum und Farbinstallation. Wirklich sehr besonders.
Die Altstadt – vor allem rund um das Barrio Húmedo – zeigt dann die andere Seite: laut, lebendig, herzlich, lebensfroh. Genau die Art von Stimmung, die einen sofort mitnimmt.
Für Camper ebenfalls top: kostenloser Stellplatz direkt am Río Bernesga – perfekt für entspannte Runden mit Floki.
Good to know: Der Jakobsweg von León nach Santiago de Compostela ist ein ca. 300 km langer Abschnitt des Camino Francés. Die Strecke führt durch die kastilische Hochebene, über die Berge des León und durch Galizien. Wir trafen in León dort die ersten Pilger beim Besuch der Kathedrale, den Einsammeln von Stempeln und die „wegweisenden Symbole“ des Jakobsweg.

