Von Liepaja ins Paradies – zwischen Wind, Geschichte und Beach

Ab ins Paradies: Nach grauen Sowjetspuren an der Küste fanden wir unseren persönlichen Traumstrand.

Von Kuldiga aus führte uns die Route Richtung Ostseeküste – Ziel: Liepaja, die „Stadt des Windes“. In der Sowjetzeit war der eisfreie Hafen ein streng bewachtes Sperrgebiet, so sagt unser Baedeker. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb Liepaja ganze 45 Jahre komplett abgeriegelt – ohne Sondergenehmigung kam hier niemand rein oder raus. Heute leben rund 66.000 Menschen hier, doch die Stadt trägt noch immer Spuren dieser Vergangenheit.

Wir erkundeten den nördlichen Stadtteil Karosta, dessen Blickfang die goldglänzende russisch-orthodoxe Kathedrale ist. Seit den Zeiten von Zar Alexander III. lebten hier überwiegend Russen. Nach dem Abzug der Sowjets standen viele Wohnblöcke leer. Das ehemalige Militärgefängnis – heute eine skurrile Touristenattraktion, in der man sogar in einer Zelle übernachten kann – erzählt von dieser Zeit. Uns hat die Mischung aus Verfall, Tristesse und Perspektivlosigkeit eher bedrückt. Wir entschieden uns sehr schnell Liepaja sprichwörtlich „fluchtartig“ zu verlassen.

Nur 20 Kilometer südlich änderte sich das Bild schlagartig. Wir entdeckten einen großen, einfachen Campingplatz, gerade mal 150 Meter vom Strand entfernt. Unter der Woche war er fast leer, und wir wollten nur eine Nacht bleiben. Doch dann kam dieser Moment, als wir den Strand sahen: rund 10 Kilometer lang, 30 Meter breit, weißer, feiner Sand, gesäumt von Kiefernwald und Dünen. Der Sand ist so fein, dass er früher für Sanduhren genutzt wurde.

Das Wetter spielte perfekt mit – nicht zu heiß, nicht zu windig. Morgens um 9 Uhr, Gassirunde am Beach: nahezu allein. 

Nachmittags beim Sonnenbaden waren nur wenige Menschen zu sehen. Hochsaison und trotzdem kein „crowded place“ – kaum zu glauben. Für mich persönlich ein absoluter Paradise Beach.

Am Ende blieben wir drei Nächte, machten unzählige Strandfotos (seht es mir nach ;)) und genossen einfach nur diesen Ort. Ein traumhafter Kontrast zu dem, was wir noch ein paar Tage davor gesehen haben.

Happy Holidays! 

Teil's bitte gerne:

Dazu empfehlen wir...